Freitag, 16. November 2007

Ein Prosit

Na, wenn es nicht so bitter wäre, könnte man lachen. Müsste man sogar, weil es für soviel *noch-zu-erfindenes Wort* einfach keinen adäquaten Ausdruck gibt.

Die Osnabrücker Staatsanwaltschaft schickte einen wegen Betrugs verurteilen 41-Jährigen zur Ableistung seiner 720 Stunden gemeinnütziger Arbeit in einen Kindergarten. Das Problem: Der Mann ist ein bekannter Pädophiler.

Ast-rein, verehrte osnabrücker Justiz!
Zum Nachlesen: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,517453,00.html

Donnerstag, 15. November 2007

Bier, Banane, König, Wurst

... mein Vorabendessen (bis auf den König), damit ich beim Kochen des eigentlichen Abendessens nicht wieder völlig durchdrehe und das Messer beschimpfe, das soeben auf den Boden gefallen ist oder den Stuhl als alten Bastard einer verkackten Buche beschimpfe und diversen anderen Gegenständen in meiner Küche Namen, Persönlichkeit und böse Absicht andichte.

Besonders heute könnte dies besonders gut passieren. Ein durch und druch merkwürdiger Tag mit mehr als fragwürdigen Gedanken in meinem Kopf, die ich hier mal niederschreibe:
Nach einem telefonischen, arbeitsbedingten Amoklauf bei DELL (hurra) und dem mühseeligen Einrichten des neuen Blog-Header (tusch), war es ein kleiner Trupp besoffen wirkener Mädchen, die sich vor der Stadtbibliothek über ihren vollen Handyspeicher beömmelt haben, der mich am Grundprinzip des Homo Sapiens einmal mehr zweifeln ließ. Fairer Weise muss man sagen, "nicht sofort beömmelt".
Dem Drama ging ein schriller, extrem lauter und Mark-durchdringender Schrei voraus, der von der Lamberti-Kirche bis zum Dom sicherlich noch zu hören war.
Danach wurde gelallt, geschnaggelt (die verstörende Situation ist mir einen Neologismus allemal wert) und kund getan, dass niemand mehr könne und dass alles so witzig sei.
Mädels! Kifft doch wenigstens! Das bisschen Hirn, das ihr noch zu haben scheint (ich lüge), wird dadurch auch nicht mehr groß negativ beeinträchtigt. Ihr findet immer noch alles sau komisch, haltet aber wenigstens eure praepubertäre Klappe!

Als ich weiter fahre und mich schnell wieder beruhigt habe, fällt mir auf, dass es auf dem Domplatz nach Urin stinkt. Ich ärgere mich über fiktive Nicht-Münsteraner, die voll wie eine Haubitze an unseren Dom meimeln. Da fällt mir ein, dass ich letzten Rosenmontag total zugeballert 100 Meter weiter an die Lamberti-Kirche gepisst habe (zwei mal). Beschämend, wie der gesamte damalige Tag...

Von praepubertär auf südländisch-mulluckenhaft komme ich, als ich vier Minuten später auf der anderen Seite der Kreuzschanze zwei Türken/Libanesen/Syrer/Armenier/Kurden/Iraker/Lybier/Algerier/Iraner/ Afghanen/Araber oder schlicht einfach zwei Muchels laut stark in einer unbekannten Sprache sich gegenseitig anschreien, wild gestikulieren, lauter werden, mehrmals auf den Boden stampfen... sich brüderlich die Hand schütteln und dann getrennte Wege gehen. - Nicht ohne sich dabei weiterhin was hinüber zu brüllen. "Hach, nee. Watt temperamentvoll. Uns Deutschen geht es ja nur bei Massenerschießungen mit uns durch... bla bla, schwadronier, politisch korrekte Scheiße..."
Bei sowas denke ich immer an Claudia Roth, die neben Sonne Mond und Sternen auch die Konflikte in der Türkei liebt, derer es ja soviele da gäbe. Für sowas liebe ich das dicke Chlorophyll-Teilchen mit Peter Maffays Wanderwarze neben der Nase: http://www.youtube.com/watch?v=Dm7F2ZVPzLo


(Anmerk.: Ich wollte eigentlich nur die Claudia hier rein posten, aber das Kerlchen mit der toten Schuppen-Echse auf dem Kopf passt so gut zu ihr. Von daher...)

Donnerstag, 8. November 2007

Änderung

Ich habe mich auf Anraten von Schrödingers Katze (das hört sich jetzt sicher komisch an...) dazu entschlossen, meinen Blog-Titel abzuwandeln.

Man stelle sich jetzt eine pompöse Neu-Einweihung vor, mit Feuerwerk und Snacks für alle.
Und ein Fass Jägermeister, wenn dieses Bild:
...endlich mal in den Header passt.

Nachtrag 12.19:
Alter Schwede - so kann das doch gar nicht sein. Ich müsste eigentlich arbeiten. Statt dessen dieser Scheiß hier. Ich zieh den behinderten gleich durch die Kimme von Karl-Maria Brandauer, wenn das so weiter geht.

Noch ein Trag 12.23:
Gott noch eins. Ich bin einfach zu unbeholfen, doof, ungeduldig und viiiiiiel zu cholerisch für diesen Arsch. Er ist einfach scheiße!

Schweinetrog 12.25:
Meine Nerven sehnen sich nach übelst harten Drogen und perfider Weise höre ich während des Hick-Hacks hier mit meinem Header Wiener-Walzer-Musik.
Aber ich habe es nun fast geschafft. Zum freuen habe ich allerdings keine Kraft mehr...

Sog, mo Hog,... 12.30:
Am Rechner wird man doch in regelmäßigen Abständen vom zufriedenen Atheisten zum aufbrausenden, sabbernden Gottesanbeter.
Der halbe Milimeter stört mich jetzt nicht mehr.

Schluss jetzt 12.32:
Verdammt! Jetzt hasse ich das Bild so sehr, dass ich es unendlich beschissen finde.

Freitag, 19. Oktober 2007

Die Wahrheit tut eben weh - und führt zu "Gehirnbrand"

Durch Zufall stieß ich soeben auf eine... (ja, was eigentlich?) Abhandlung zum Thema Jugend und Drogen. Nach den ersten paar Sätzen zweifelte ich schon daran, ob das denn nun ernst gemeint ist.
Weswegen? Man führe sich allein diesen Satz zu Gemüte:

"Drogen sind neben Unzucht, Hipf Hüpf und unlöblichen Heimrechnerspielen ein weiterer Grund für die Verwahrlosung der Jugend. "

Hinzu kommt, dass dieser angebliche Reinhard Pfaffenberg so aussehen soll:
Nein, das nehme ich denen nicht ab. Die sprachlichen Finessen sind zwar einmalig, übertroffen wird aber alles von dem Begriff "Gehirnbrand". Erste Sahne. Und wer´s noch nicht wusste: Man kriegt ständig Gehirnbrand, will man der Tabelle unten glauben:

Unlöblich: HipHop Löblich: Lungengewebe!
Bitte sag´ mir einer oder eine, dass dies hier nicht authentisch, ernst gemeint ist!
http://pfaffenberg.permuda.net/drogen.html

Je länger ich mir das so angucke... allein schon das M&Ms-Bild mit den Extrasi-Pillen scheint so unglaublich. Ich muss einen unheimlich tollen I-net-Gag verpasst haben.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Kinderschokolade für die ganz Harten

Das gute alte erste Kinderschokoladen-Kind war ja schon recht dubios. Männlein oder Weiblein? Sind das seine/ihre eigenen Zähne? Wird das Grinsen mit Hilfe von Drahtharken an den Mundwinkeln produziert?
Dennoch fraß man schlussendlich soviel Kinderschoki, dass man sich an diesem unheimlichen "Kind" nicht weiter störte. Gewöhnungseffekt sagt man wohl. Über Jahre vieler Generationen hinweg aufgebaut.
Und dann kam das neue Kinder-Vieh. Die "Grinse" sieht nun mal wirklich zähnefletschend aus und der Einfluss einer rabiaten, überaus geschminkten Mutter und Hausfrau auf das vormals infantile Geschöpf ist deutlich zu erkennen. Wer also Angst vor verbiesterten, bemalten Hausmüttern hat, kriegt bei diesem Kind einen leichten panischen Knall.

Ferrero setzt wohl auf einen neuerlichen Gewöhnungseffekt. Zumindest dachte und hoffte ich das.
Bis ich eines unliebsamen Tages an der Rewe-Süßigkeiten-Abteilung entlangmarschierte und ich von einem halben Dutzend bösartiger Kinder angestirrt wurde. Ungefähr so:

bitte hier klicken, um den Psycho-ich-fress-gleich-deine-Zunge-Blick genauer zu betrachten!

Ja, genau: Bilder sprechen für sich! Spätestens jetzt ruft Kinderschokolade pünktlich zum 40jährigen Jubiläum starke Paranoia und Zwangsneurosen hervor. Jedenfalls liegen die Kinder in meiner Küche mit dem Gesicht zu Boden.

Montag, 8. Oktober 2007

Hundi

Nein, eigentlich ist das keine Ausgeburt meiner chauvinistischen Ader.
Ich fand den Hund nur so klasse!

Freitag, 28. September 2007

Steven´s Clownparade, ein weiblicher Pinocchio und sonstiger Ausfluss in meinem Hirn

Der Anlass, der mich dazu bringt, mal hier wieder was reinzuschmieren, nennt sich schlicht Grippe. Wobei der Begriff "Grippe" nicht all meine gesammelten und sorgsam katalogisierten Symptome beschreibt.
- Ja, ich habe Angst, zu einem Hypochonder zu mutieren. Hysterisch kreischen habe ich schon gut drauf.

Da halbherziges Auskurieren nicht möglich zu sein scheint, habe ich mich nun für Tage in meiner Wohnung eingeschlossen und tue nichts. Absolut nichts. Wer "The Big Lebowski" gesehen hat, weiß, was das bedeutet. Nur dass ich zu faul bin, mir White Russian zu mixen und einkaufen zu gehen. Hier fix ein Bild, um des Lesers Vorstellungskraft zu fördern:Wenn ich also an meinem Spiegelbild meinen Lebenswandel der vergangenen drei Tage ablesen müsste, käme ich zu dem Ergebnis, dass ich in dieser Zeit a) nicht geduscht und b) meine Klamotten nicht gewechselt habe. Die Wohnung erfuhr ein ähnliches Maß an Aufmerksamkeit.
In mitten dieses Chaos, dieser Keime, dieses muffigen Gestanks und der völligen Isolation dröhnt von mir nicht bewusst ausgewählte Musik durch diesen Privat-Moloch.
"Hit the Road, Jack" von Ray Charles, der PulpFiction-Soundtrack und unerklärlicherweise ein Lied dreier verdammenswürdiger Schnepfen, die im Refrain beständig was von Roger trällern und sich Niveau in die Augen schmieren. Über diesen Wege: Ein verhurtes Dankeschön, ihr Bastarde!
Das gute alte Ghostbusterlied treibt zusätzlich meine Fieberträume an, während ich mich vom Bett ins Bad und dann rüber zum Sofa schleppe.

Letzte Nacht träumte ich von einigen asozialen Krawall-Clowns mit gelben Zähnen, die partout den Zirkus in einen Schlachthof umzugestalten versuchten. Ich gab ihnen die Nummer dieser fetten Blondine, die auf Vox beständig anderer Leute Wohnungen ausräumen und neu streichen lässt.
Man muss nur die Leute zu handeln wissen.

Nur was soll ich mit diesem weiblichen Pinocchio machen, der zwei Etagen unter mir beim Duschen stetig singt "La-Li-Lamm, ich bin ein Hampelmann / Sieh nur, wie flink ich zappeln kann... Ich höre das, während ich selber im Bad stehe (nicht, dass ich Körperhygiene betreiben würde), werfe meinem Spiegelbild einen vielsagend-skeptischen Blick zu, der mir promt bestätigend entgegnet wird und flüchte wieder in eine dunkle Ecke meiner Behausung.
Das Bild, das sich dem bemitleidenswerten Duschkopf weiter unten jeden Tag auf´s Neue bietet, ist wahrscheinlich unbeschreiblich. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal die Hoffnungen eines Duschkopfes teilen würde, aber: Irgendwann rutscht diese Ausgeburt aus Meister Eders Werkstatt hoffentlich aus und bricht sich die Kiefer. Tolles Wortspiel? Ich bin entschuldigt.

Wieso also üble, teure Drogen nehmen, wenn man auch dank einiger Viren und dank des normalen Lebens in der Stadt kaum zu begreifende Phänomene und verdammenswürdige Kreaturen zu Gesicht bekommen kann?
In meiner Wohnung, in meinem Kopf herrscht zu Weilen also der pure Wahnsinn. Zumal ich einen Ohrwurm von diesem Schnepfen-Roger-Lied habe.

Meine nächsten Schritte sehen einfach aus:
Ich verbarrikadiere meine Wohnungstür mit allen Möbeln die ich habe, versuche mittels eines Wasserrohrbruchs im Bad das hölzerne Weiblein unter mir zu ersaufen, und ernähre mich die nächsten Jahre von Tauben, die ich an meine Fensterbank locke. Quasi wie McDrive, nur dass er fliegt und er zu mir kommt.
Wohl bekommts!